„Wenn ich eines nicht will“, sprach Möpke mit erhobenem Zeigefinger, „- und ich will so einiges nicht –, dann“, erhob er die Stimme, „ist es das Telefonieren, wenn ich Musik höre.“ Möpkes Zuhörer – ein junger Esel, drei alte Männer um die vierzig sowie ein Teddybär namens Frank – nickten zustimmend. Sie stimmten aber nicht zu. „Ich muß doch sehr bitten“, begann der Esel, „beim Musik hören ist Telefonieren ohnehin gänzlich unmöglich, so daß…“ Er wurde von dem böse dreinschauenden Teddy unterbrochen, der völlig zu Recht einwandte: „Sie Esel.“ Das wurde Möpke zu bunt. „Hören Sie mal, entweder ist etwas unmöglich oder nicht. Das Wort ‚gänzlich’ war gänzlich unnötig.“ „Wollen Sie mich verscheißern?!“ schrie da einer der alten Männer und hob seine Flinte. Möpke blieb ruhig. „Selbstverständlich“, meinte er dann. Der alte Mann drückte ab, bemerkte dann aber, daß er gar keine Flinte, sondern einen alten Lötkolben in der Hand hielt und verbrannte sich die Pfoten. Spätestens hier wird klar, daß es sich bei den drei alten Männern nicht um alte Männer, sondern um Hasenväter handelt, die über ihr Junges zu Gericht sitzen. Möpke kümmerte das alles nicht, er interessierte sich fürs Telefonieren und insbesondere dafür, hier diesen Hornochsen ein wenig Disziplin beizubringen. Zu diesem Zweck holte er nun sein eigenes Gewehr, das er immer lässig hinterm Rücken trug, weil er der Auffassung war, im Wilden Westen gehöre sich das so, hervor, und bedrohte damit Frank, den Teddybären. „Ich war´s nicht!“ jammerte dieser, und Möpke hielt inne. Das stimmte. Er hatte nicht telefoniert, er konnte nicht telefonieren, er war ein Teddybär. Ganz neue Welten taten sich auf, und Möpke schritt gemächlich in eine davon hinein. Hier war alles anders, Bäume waren oben grün und unten braun, und Hasen konnten weder sprechen noch Lötkolben bedienen. Das gefiel Möpke nicht, er wandte sich zum Gehen, denn mit Frank wollte er noch ein Hühnchen rupfen. Was er sah, verschlug ihm den Atem. Die Tür war zu, da war keine andere Welt mehr, nur ein häßliches altes Weib, das ihn verschlagen ansah. „So“, krächzte es, „Sie sind also Möpke. Dieser Möpke, von dem sie alle reden.“ „Der bin ich!“ entgegnete jener, blaß vor Erstaunen, denn so etwas hatte er noch nicht erlebt. Er riß sich schnell sein Namensschild herunter. Die Alte fuhr fort: „Gehen Sie fort von meinem Gemüsegarten! Fort! Hinfort!“ Eine scheuchende Handbewegung begleitete ihr Keifen. Möpke zuckte mit den Schultern, er resignierte. Mit Erleichterung stellte er fest, daß sein Gewehr noch da war, und er nahm es, und er schoß sich in den Kopf.