Nicht kategorisiert20.06.2005 14:03h

If a dream’s enough to ease your hungry sorrows
And a song’s enough to blow your tears away
And all you need’s a rhyme to help you pass your time
Well meet me down the line on Gypsy Friday
If all you need’s a rhyme to help you pass your time
Well meet me down the line on Gypsy Friday

If your mind’s alive and free and flying easy
And I‘d like to take you with me if I may
Listen to me friend you better best begin
Throwin‘ secrets to the winds of Gypsy Friday
If you want to call me friend friend you best begin
Throwin‘ secrets to the winds of Gypsy Friday

You can lay aside your bucket full of teardrops
But believe me friend it ain‘t a game I play
When you can give your soul and come in from the cold
Well there’s stories to be told of Gypsy Friday
When you can give your soul and come in from the cold
Well there’s stories to be told of Gypsy Friday

So if you‘re feeling scared and just a little lonesome
You can dry your eyes and put your fears away
And when all the tears are gone and you want to come along
Well I‘ll sing for you a song of Gypsy Friday
And when all the tears are gone and you want to come along
Well I‘ll sing for you a song of Gypsy Friday

by townes van zandt, 1966

Möpke20.06.2005 12:35h

Möpke wanderte durch die Pfade seiner frühen Jugend, als ihm plötzlich ein Pfeil zwischen den Schläfen das Bewußtsein raubte. Von Fieber geplagt ging er augenblicklich nieder. Da lag er nun, und wie er da so lag, erklomm eine Schildkröte seinen Helm und sprach mit bebender Stimme: „Möpke! Du, der du ein Student bist, bedenke: wir leben in einer dunklen kleinen Welt, die voller Schönheit ist, in der nachts die Sterne leuchten und jeden Tag die Sonne aufgeht. Hochhäuser spiegeln ihr Licht, Bäume zerfleddern ihre Strahlen. Züge fahren überall hin, unter anderem auch zu Flughäfen; ich muß es wissen, lebe ich doch hier in der Nähe eines solchen. Meine Freunde und ich trinken jeden Tag von Kerosin vergiftetes Wasser und leben dennoch, eine bemerkenswerte Leistung. Möpke, warum stehst du nicht auf?“ Möpke erhob sich zunächst auf alle viere. „Soll ich jetzt ein Tier werden, oder was?“ bölkte er, vom Schnaps geschüttelt, der unvermittelt seinen Tribut der letzten Nacht verlangte. „Du hast eine Weinbergschnecke getroffen!“, schalt ihn die Schildkröte und machte sich daran, das Tier zu säubern. „Das ist mir egal“, gab Möpke von sich und erbrach sich direkt auf ein weiteres. Nun bebte die Schildkröte vor Wut. „Pfui, Möpke! Untersteh dich!“ Sie entfernte sich, schnaubend und brabbelnd. Darin sah Möpke seine Chance: er stand nun wirklich auf, schaute sich um und bemerkte eine zügellose Veränderung in seiner Umgebung. Die vielen Bäume aus Plastik, welche ihn bis zu diesem Moment umgeben hatten, verschwanden, und an ihre Stelle trat ein Gemisch aus komischen dunkelroten Wolken, in denen hochinteressant gekleidete Clowns herumtänzelten. „Ich hasse Clowns!“, schrie Möpke und legte an. Er traf gleich vier beim ersten Schuß und fühlte eine ungeheure Befriedigung. „Clowns! Diese miesen, dreckigen Kerle, die niemand lustig findet! Zerstörer kindlicher Träume; Vernichter ihrer Unschuld! Sterbt!“ Weitere sechs starben beim Versuch zu entkommen, indem sie in den Wolken versanken und jämmerlich erstickten. Dann war Möpke müde. Er setzte sich auf einen Stein, der unvermittelt begann mit ihm zu sprechen: „Wie du vorhin meine Tochter behandelt hast, das war nicht nett“, orakelte die riesige Schildkröte und schüttelte den verdutzten Studenten augenblicklich ab. „Dafür werde ich dich nun fressen. Denn siehe: die Welt ist zwar klein und dunkel, aber groß und hell können wir sie machen. Mach einfach das Licht aus, das alle Kaufhäuser erstrahlen läßt, und ein neues wird aufgehen und die Welt zu einem ungeheuren Leuchtfeuer machen. Aber ich sehe, Möpke, du hast bereits bemerkt, daß zwischen deinen Schläfen ein riesiger Pfeil steckt und bist deshalb gestorben. Dann kann ich ja nun fressen. Ausgezeichnet.“

Logbuch18.06.2005 20:47h

…dieses gefühl, das ich bekomme, wenn ich mal wieder einen kompletten tag lang an der welt vorbeigelebt habe, mit all den negativen konsequenzen, die das halt so mit sich bringt, wenn man sich dabei unter menschen aufhält: nicht zu wissen, was richtig zu machen wäre, kein vertrauen in irgendwas, fürchterlich dumme sätze. soziale verhaltensweisen, die richtigen, scheinen mir völlig fremd zu sein. überall lauern mißverständnisse, ständig springen sie mich an, und alles bleibt an der oberfläche, nur die gedanken nicht. ich komm supergut mit schwer autistischen kindern zurecht, denen das nichts gibt, wenn man sich anstrengt, richtig zu funktionieren. sollte wohl zu denken geben, oder? und ich weiß, daß ich jammere!

Logbuch17.06.2005 09:10h

…beim blick in den gut gefüllten kleiderschrank auf einmal ein hochgefühl bekommt, läuft dann eigentlich alles rund im leben?

Möpke16.06.2005 22:33h

Möpke schritt standhaft auf und ab. Ohne Bier wußte er herzlich wenig mit sich anzufangen, und vor zwei-drei Stunden hatte ihm eine schwarze Katze alles Bier geraubt. Wohin, wohin, wohin sie wohl gegangen sei, dachte Möpke und schritt weiter auf und ab. Es hatte sich eine Furche gebildet auf dem nassen Asphalt, der sein Zimmer war, sein Heim und sein Hort. Dieser Dreiklang faszinierte ihn, so daß er automatisch nach dem Bier griff, das er nicht mehr besaß. Und siehe da, wie von Zauberhand getrieben entdeckte er einen winzigen Flakon in seiner Hand, randvoll mit köstlichem, nassem Bier. Bier war immer naß, doch nicht für Möpke, der mal als Bierfahrer gearbeitet und es darob zu erstaunlichem Ruhm gebracht hatte. Als solcher war ihm auch nicht entgangen, wie trocken und malzig Bier im nicht trinkbaren Zustand war; eine Trockenmischung, wie Hefeflocken ohne Öl und Wasser. Flocken, die vom Bier kamen, wie er bemerkte, und so schloß sich der Kreis. Einen Kreis indes hatte auch Möpke längst geschlossen und eine Furche erlaufen. War das wichtig, dachte Möpke weiter, wichtiger als mein längst in bunten Farben gemalter Ölteppich. Da sah er eine schwarze Katze. Sie hatte, wie er nicht zu seiner Unzufriedenheit bemerkte, einen Helm auf, der gelb war. Es war ein Bauarbeiterhelm, und natürlich fuhr das Vieh einen Gabelstapler. Dieser war, das erzürnte Möpke, voll beladen mit Kisten reinsten, goldenen Bieres, seines Bieres, des Bieres, das ihm so oft die Abende versüßt, die Menschen verharmlost und die Sinne geschärft hatte. Scharf waren seine Sinne nun auch jetzt: wie ein Luchs, der auch eine Katze ist, drehte er sich weiter im Kreis, auf- und abschreitend, schreitend wie ein König auf Beutejagd. Nichts konnte ihn aufhalten, das war ja auch gar nicht nötig, er war Möpke, der Möpke, der durstig war, und dort war das Bier, und die Katze mit dem Helm, die war auch da. „Was für ein Gemunkel!“, entfuhr es Möpke, er nahm das Gewehr und schoß. Eine Kugel entfloh dem Lauf, erreichte die Decke, prallte ab und traf genau ins Schwarze. Wo gerade noch die Katze gewesen, prangte nun ein dunkelroter Blutfleck auf dem Stapler. Dieser, kirre geworden von soviel Lärm, fuhr schneller als er sollte, auf die Schlucht zu. Möpke, der seit geraumer Zeit in einer tiefen, tiefen Furche fest saß, konnte gar nichts tun als denken, und das Denken konnte ihm nun auch nicht mehr helfen. Feist und unbeirrt erreichte der Stapler die Schlucht und stürzte das Bier da hinab. Da schrie Möpke, und er schrie vor Schmerz, schrie vor Entsetzen und vor Enttäuschung, und – ach! – er schied dahin.

11.01.2005

Logbuch15.06.2005 17:08h

von vernünftigen menschen angeschnorrt worden. „hättest du vielleicht 20-30 cent für die sprengung des reichtags?“ aber immer doch, gerne.

Empfehlungen15.06.2005 12:17h

Die Decemberists sind mir kürzlich schmackhaft gemacht worden durch die fabelhafte Recommended Listenings Seite des ebenso fabelhaften Online-Comics Questionable Content. Wie durch ein Wunder fielen mir in kürzester Zeit sämtliche Alben dieser Ausnahmeband in den Schoß, und ich verliebte mich augenblicklich in jedes einzelne der drei (plus die zwei EPs), wobei besonders das neueste, „Picaresque“ betitelt, so dermaßen entzückend ist, daß es kracht.

Die Band um Sänger und Songschreiber Colin Meloy versammelt hier elf Popsongs, von denen jeder einzelne nicht nur unglaublich einschmeichelnde Melodien bereithält, sondern diese auch noch mit genau dem Hauch Folk veredelt, den es braucht, um mich völlig in Ekstase zu versetzen.

Möpke14.06.2005 16:40h

Möpke sah sich umzingelt. Vor einer gewaltigen Mauer, die zur ortsansässigen Brauerei gehörte, stand er fluchend und suchte nach seiner Kanone. Hinter ihm, auf einem Vorsprung, hockte ein Vogel, der pfiff wie ein Vollidiot. Möpke konnte ihn nicht ausstehen und sah sich nach einer Alternative um. Selbstverständlich fand er auf Anhieb keine, also brach er einen Ast ab und fuchtelte damit wie verrückt in der Luft herum. Das nützte nichts, doch wurde dadurch die Luft angeregt, noch angenehmer, noch malziger zu riechen. Möpke war begeistert; ja, der junge Student konnte nicht umhin, dieser gepflegten, geradezu süffigen Luft eine gewisse Attraktivität zuzugestehen. Das entband ihn allerdings nicht von der Aufgabe, die zehn Wahnsinnigen, die ihn umringten und mit Sicherheit nichts von der süßlich-herben Luft wahrnahmen, schlicht umzuschießen. Doch fand er keine Kanone, obwohl er immer eine dabei haben mußte, hatte er doch irgendwann beschlossen, nie mehr ohne aus dem Haus zu gehen, und was er sich beschloß, war wichtig. Fast so wichtig wie das Bier, das er stets bei sich trug. Er trank es eher selten, aber dabei sein mußte es immer, sonst wäre Möpke nicht Möpke, und das wäre selbstverständlich furchtbar. Was konnte der engagierte junge Mann tun? Die Wahnsinnigen kamen näher und umringten ihn. „He da, Möpke!“ rief der eine, „rück das Bier raus, wir wissen, daß du´s hast!“ „Niemals!“ gab Möpke zurück, erschaudernd vor dem gewaltigen Timbre seines Angreifers. „Ich habe kein Bier, und alles, was ihr über mich wißt, ist erstunken und erlogen!“, war das nächste, was er sagte, und er sagte es laut und deutlich und ohne den Vogel zu beachten, der ihm just in diesem Moment ins Gesicht schiß. Instinktiv und selbstverständlich wichen die Männer zurück, die ihn umzingelten, und Möpke bekam wieder etwas Freiraum, Freiraum freilich, den er sehr bereute, denn der Vogelkot stank ganz beträchtlich. Nun tastete Möpke hinter sich auf seinem Rücken herum. „Was suchst du, Möpke?“, fragte ihn ein Wahnsinniger, „ist es das Bier?“ Möpke beeilte sich zu versichern, es sei das Bier, ja, ganz sicher das Bier, was auch sonst. Das besänftigte den Wahnsinnigen nur kurz, und er schrie ihn an: „Vermaledeiter! Geh mir weg mit deinen Besänftigungen! Wir wissen genau, daß du DER Möpke bist, der Möpke, von dem alle sprechen, wenn sie sagen, da streunt ein junger Mann durch die Gegend, der vorgibt, Student zu sein, und dieser junge Mann hat IMMER Bier dabei, den köstlichen Gerstensaft, den wir so begehren!“ „Ich gebe gar nichts vor!“, konterte Möpke, „aber ihr, ihr gebt vor, Bier zu mögen, dabei riecht ihr nicht einmal den Duft der Brauerei vor euren Köpfen!“ Das war logisch. Die Wahnsinnigen wurden augenblicklich wieder klar, und Möpke konnte frei seiner Wege gehen. Der Vogel jedoch, den Möpke geärgert hatte, schoß herab wie ein Pfeil, und er traf den Studenten am Ohr und an der Ferse, und das war es mit Möpke, der herabsank und kläglich verstarb.

12.10.2004

Spartenliteratur13.06.2005 00:07h

Ich stand vor dem Gebäude, um meine Unterlagen abzuholen, denn morgen sollte die Welt zugrunde gehen, und ich war einer der letzten, die noch kein Bier hatten. Als ich auf die Uhr schaute, sah ich, daß es kurz vor Mitternacht war, weshalb ich meine Beine wieder in gemächliche Schrittfrequenzen einführte und das Gebäude schlußendlich betrat. Ich wurde empfangen von einem merkwürdig dreinschauenden Zwitterwesen aus Knochen und Metall, das mich in schnarrendem Ton darauf hinwies, daß ich noch nicht alt genug sei für das Kommende. Ich verließ daraufhin das Gebäude und besorgte mir einen Schlagstock, den ich in geradezu grenzenloser Genialität aus rostigen Einkaufswagenstangen fertigte. Zufrieden besah ich mein Werk und bemerkte, daß meine Fingernägel schmutzig waren. Unmöglich konnte ich das durchgehen lassen. Mit alkalischer Akribie hielt ich Ausschau nach einer Säge, verhedderte mich aber in einem Umtrunk, fröhlich dargeboten von dreißig tanzenden Damen, allesamt leicht bekleidet und von liebreizendem Äußeren. Nun stürmte ich geradezu zu auf sie, übersah dabei aber meinen linken offenen Schnürsenkel, der sich prompt unter den rechten Stiefel begab, um mich – tückisch! – zu Fall zu bringen. Ich haßte ihn dafür. Noch mehr aber haßte ich mich, da ich hinknallte auf die flachen Stufen vor dem leicht erhöhten Ort, auf dem die dreißig Frauen dazu übergegangen waren, sich das Bier in ihre weit geöffneten Münder zu schütten. Das war zuviel. Ich zog, mir die Nase reibend, meine Schuhe aus und warf sie gruselige Flüche ausstoßend auf das Weiberpack. Der linke traf eine am Kopf, aber nichts geschah. Stattdessen schleuderte sie ihren leer gesoffenen Humpen auf mich, der ich mich nur mit Mühe noch wegducken konnte. Das war gerade noch mal gut gegangen. Nun aber, da mich der Durst gar restlos übermannte, hoben mich zwei Pfleger auf und schrien mir diverse Garstigkeiten ins Gesicht. Ich trollte mich hüpfend und tanzend, weil um mich herum überall Bier verschüttet war, das meine Füße benetzte. Ich konnte das nicht ausstehen und erblickte über mir ein gigantisches Stück Scheiße, das offenbar nicht von der Erde stammte. Mir aber war inzwischen alles egal, und so stürmte ich wutentbrannt in das Gebäude, zerschmetterte das Roboterding und griff nach den Papieren zur Ausgabe von Bier. Draußen sah ich die beiden Pfleger sich unaufhörlich küssend in den Armen liegen, und so rollte ich entnervt mit den Augen und wurde mit einem Blick auf die Armbanduhr der Tatsache gewahr, daß Mitternacht nun rum war. Es tobte ein Feuerwerk. Ich hielt das Papier in den Händen, ging damit zum Schalter, nahm mir die Büchsen, trank sie aus, warf sie davon, erhob ein Geschrei und beendete mein erfreuliches Dasein mit den lieblichen Worten des Proletenkaisers: „Arbeite, mein Kind, und arbeite.“

4.2.2004

Empfehlungen12.06.2005 17:15h

Eine sehr euphorische Empfehlung für Freunde verschrobener, lustiger und schöner Musik: The Unicorns! (offizielle Seite zur Zeit leider nicht aufzufinden, deshalb eine veraltete Fanpage verlinkt, Entschuldigung.)

„Who Will Cut Our Hair When We´re Gone?“ wirft also nicht nur eine ziemlich wichtige Frage in den Raum, sondern bietet auch – nach einigen Durchläufen – immer wieder neue putzige Kleinigkeiten für Menschen, denen das Lachen noch nicht vergangen ist, obwohl Grund genug dafür bestünde.