…eines mittelklassestudenten sind kein spaß. sie beginnen an mitternacht. zunächst kann ich nicht einschlafen, weil die tastatur meines zimmernachbarn aufgrund eines wackelkontakts alle fünfzehn minuten laut tutet und es zu warm ist in meinem zimmer. dann habe ich alpträume. morgens ist aus meinem nacken ein schmerzendes etwas geworden, ich versuche es zu kurieren und mache alles nur noch schlimmer.

ich stehe trotzdem verhältnismäßig gut auf, schleppe mich zur universität. dort, wie immer, oberflächliche konversation mit mitleidenden; weltekel. aus der oberflächlichen konversation entstehen, ebenfalls wie immer, erinnerungen daran, daß so einiges noch bald abzuliefern wäre, für klausuren gelernt werden, sprich: alles andere getan werden müßte, nur nicht das, was man will, nämlich faul am kanal rumhängen, whiskey trinken und irische volkslieder grölen.

dem dozenten fällt fällt zwei wochen vor semesterende ein, daß alle anwesenden zwei protokolle abliefern müssen, wegen der aktiven teilnahme. weitere ernüchterung. nach der sitzung: schnell zum sekretariat, einen schein abholen (etwa 50 % der studentenzeit geht dabei drauf, hinter scheinen hinterherzulaufen). das sekretariat befindet sich, wie ich nach zehn minuten suche und fünfmaligem im kreis um eine gruppe menschen herum laufen entkräftet feststelle, im hintersten winkel des flurs. es hat zu. bahn verpaßt, zwanzig minuten warten. nach der bahn schnell aufs fahrrad; alle ampeln sind rot. aldi hat keine gnocchi mehr. zu hause stelle ich fest, daß mir die ohnehin nichts genützt hätten, da alle töpfe dreckig sind. aus einem kratze ich stinkende, alte nudeln raus, die bereits einem fortschreitenden gärungsprozeß erlegen sind. natürlich fallen sie alle neben die mülltüte, in die sie gehören. also schmiere ich mir ein brötchen; beim öffnen einer dose vegetarische pastete schlitze ich mir den rechten zeigefinger auf. brötchen schmieren wird schwierig.

irgendjemand will, daß ich trinke.