Eines Tages fuhr Möpke mit der Straßenbahn durch sein wolkenverhangenes Wohnviertel. Überall starrten ihn Genossen an, die nicht die seinen waren. Er rannte um sein Leben, kam aber nicht weit, weil eine Straßenbahn nicht lang ist. Unter den entsetzten Augen einer jungen Mutter blieb Möpke liegen, und der Schaffner fragte: „Wo soll´s denn hingehen?“ Da wußte Möpke um seine Aufgabe; wie ein Derwisch fragte er sich, was ein Derwisch wohl sein möge, und damit nicht genug, erwischte den jungen Mann ein derart starkes Verlangen nach Zartbitterschokolade, daß ihm übel wurde. Von Fieberkrämpfen geplagt vergaß Möpke seine Aufgabe wieder, und der Zugführer hob die rechte Hand, um die Bahn zu starten, die an einer Ampel gehalten hatte. Mitleid überkam die junge Mutter, und Möpke lächelte: ja, sie würde ihn adoptieren, das taten sie doch, sie, mit ihren großen Augen aus Wasser, die nichts besseres zu tun hatten als den ganzen Tag hilflose kleine Kinder zu betrauern und zu adoptieren, sie, diese junge Mutter, deren Kind übrigens nicht anwesend war, würde es ihnen gleich tun, denn sie war ein Teil von ihnen. Das wußte Möpke, und auch dies: daß die Tür sich öffnen würde in wenigen Momenten, einen Schwall von Menschen hereinlassend, so daß der junge Mann, ein Student, sich ihnen würde entziehen müssen. Möpke dachte kurz nach über diese Verlockung, besprang dann die junge Mutter und sagte: „Adoptieren Sie mich! Adoptieren Sie mich!“ Da strahlte sie, und da strahlte auch der ihnen gegenüber sitzende Standesbeamte, und dann strahlte auch Möpke, und alle strahlten sie um die Wette, bis der Schwall Menschen kam, sich auf sie setzte, und sie alle strahlend starben.