Möpke31.08.2005 15:49h

Möpke streunte durch die Straßen seiner Stadt. Es war heiß, so heiß, daß der Asphalt unter seinen Füßen zu schmilzen begann. Möpke trug ein Lasso in der Hand, denn er war ein Westernheld; andere Assecoires seiner neu entdeckten Leidenschaft waren Lederhose, Weste und Cowboyhut. Der junge Mann war glücklich. Da hörte er neben sich ein Geräusch – aus dem Saloon. Sofort war er auf der Hut, duckte sich hinter einem Stromkasten und beobachtete den Eingang. Lange Zeit tat sich nichts, doch dann torkelten zwei gutaussehende junge Männer heraus, offenbar Kameraden, beide auffällig unauffällig gekleidet, mit Jeans und T-Shirt. Das konnte Möpke nicht durchgehen lassen, und so trat er hervor, in der Rechten den silbernen Revolver, in der Linken das Lasso. „He da!“ rief er, „euch Jungspunde kenn ich doch, habt ihr mir nicht gestern noch über die Straße geholfen? Wieso seid ihr so flegelhaft gekleidet?“ Die beiden Männer sagten nichts, zu sehr erstaunte sie der Anblick des Lasso schwingenden Möpke. Dann änderte sich der Fokus ihrer Aufmerksamkeit, und die Knarre, die der Verrückte in der Hand trug, wurde wichtig. Sie nahmen die Beine in die Hand, was Möpke zu nicht enden wollenden Lachstürmen hinriß, denn zwei Männer mit Beinen in der Hand, das hatte er noch nie gesehen. Kurzentschlossen bat er die beiden um ein Foto, schnell holte er das Mobiltelefon hervor, das auch Fotografien machen konnte, und stellte es auf den Stromkasten. Der Cowboy grinste und legte beide Arme um die verdutzten Kameraden, ein vorbeifliegender Vogel sagte „Cheese!“, und es machte klick. Doch was nicht mehr auf dem Foto war, waren Möpke und die Kameraden, die bereits versunken waren im Asphalt, denn es war heiß im Wilden Westen, und der Wilde Westen vergibt nicht, wenn man keine Schuhe trägt.

Logbuch30.08.2005 12:37h

…diesen vermaledeiten Schrottabholern nicht mal ihr Gedudel verbieten?! Was erwarten die? Daß ich freudig aus dem Bett springe und ihnen all meinen Schrott vor die Nase knalle?

Logbuch26.08.2005 11:46h

…einen sehr interessanten Traum gehabt. Ich war mit Peter Lustig und mehreren Kommillitonen auf einer geheimen Spionagemission im All, um einige Millionen Tonnen Kopierer und Kopiererpapier zu zerstören, was auch glänzend funktionierte, wobei ich mich leider damit hervortat, nur ein einziges Reservoir zu vernichten, während die anderen gleich die Hauptquelle des Übels in die Luft jagten. Wieder zurück auf unserer Raumstation hat uns das niemand geglaubt!

Spartenliteratur25.08.2005 20:21h

Er geht die Schritte noch einmal genau durch. Das Telefon ist abgestellt, die Klingel durch die Kuckucksuhr ersetzt worden; von hinten kommt ihm auch keiner rein, da sind jetzt Bretter vor. Den ganzen Tag hat er sich nichts zuschulden kommen lassen, seine Haut ist makellos, rein, nur leicht schuppig, da kann er ja nichts für. Von vorne sieht er komisch aus, sein Haar ist zerzaust, aber speckig ist es nicht; er hat es gewaschen. Wie von Geisterhand fährt er da durch, es interessiert ihn nicht, wie er aussieht, es interessiert ihn nur, wer ihn sehen kann. Die da draußen dürfen nicht; vor denen hat er Angst. Er hat vor allem Angst, ganz besonders vor sich selbst. Muß er geschützt werden? Das interessiert ihn nicht, verständlich: er hat jetzt Angst davor, nicht rechtzeitig den Notarzt rufen zu können, wenn er im Begriff ist zu sterben. Es ist ganz sicher, daß er bald einen Anfall erleidet, irgendeinen, das ist ja, wie so vieles, völlig unwichtig, was für einen, nur einen Herzstillstand muß er zur Folge haben, oder Übelkeit, diese Übelkeit, die ihn schon länger plagt. Eigentlich ist die Übelkeit noch schlimmer, sagt er sich, und der verdammte Herzstillstand meldet sich halt einfach nicht. Trotzdem: das Telefon muß wieder rein, Kraft hätte er dafür nicht mehr, wenn es erstmal so weit ist. Jetzt klingelt es. Und da ist es fast soweit, aber nur fast, er sammelt sich wieder, und er nimmt ab. Keine guten Nachrichten, überhaupt keine: Marktforschung. Er wünscht sich eine Bombe, oder: er wäre jetzt gern eine. Dann würde er damit hinausgehen, ganz weit, ganz allein, denn er hätte nichts mehr zu verlieren, und genau das würde er dann verlieren, und sie hochjagen, sie alle, das verdammte Pack. Da hat er jetzt Lust drauf, und das freut ihn. Ein Brett fällt runter; er holt den Hammer.

Nicht kategorisiert25.08.2005 19:03h

Nicht kategorisiert24.08.2005 13:10h

…auch vom Stamme Schiß, glaub ich.

Logbuch22.08.2005 20:01h

…war matschig.

Und ziemlich gut. Ich trank freitags, in netter Gesellschaft, so kräftig mit, daß ich selbst am nächsten Morgen noch nicht wußte, wo oben und unten war; als dann noch in unmittelbarer Nähe einige Menschen über 20 dem schönen Droste-Gedicht „Die Pubertät, sie kam zu spät / Die Regression, sie wartete schon“ Tribut zollen mußten, indem sie u.a. Top-Hits wie „Boomerang“ von Blümchen, „Tarzan And Jane“ von Aqua oder „Captain Jack“ von Captain Jack (mit der unglaublichen Zeile: „Give me woman in my hand / I wanna be a fucking man“) zu nachtschlafener Morgenstunde in ohrenbetäubender Lautstärke abspielten, war alles zu spät. „Zum Kotzen“, dachte ich; gedacht, getan. Nie wieder Alkohol!, schwor ich mir, aber da ich ja so unglaublich reflektiert bin, war ich mir der zeitlichen Limitiertheit dieses Gedankens mehr als nur bewußt. Dem Untergang nahe und den schlimmsten Kater meines Lebens im Gepäck schleppte ich mich durch den Matsch zum Auftritt von Pascow und fand heraus, daß Punkrock und frisch gezapftes Bier sehr heilsam sind. Die Heilung hielt mehrere Stunden und Biere, bis mich dann das Publikum bei Turbostaat, die ich förmlich vergöttere, doch erheblich zurückwarf. Dreckspack, diese Festivalbesucher. Die neuen Lieder waren allerdings großartig.

Doch, war schön. Auf dem Rückweg haben wir dann noch ein grad mal zwei Jahre altes Auto kaputt gefahren. Hey monkey, get funky!

Empfehlungen18.08.2005 21:45h

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Gute Alben werden niemals schlechter, selbst wenn sich der persönliche Musikgeschmack noch so sehr wandelt. Es ist ja auch nur die Präferenz der Ausdrucksformen, die sich gewandelt hat, nicht der Ausdruck an sich. Ich höre gerade das neun Jahre alte Album „Buried Again“ der Band Dreadful Shadows, die mit „Beyond The Maze“ und eben diesem Album zwei der besten Gothic Rock Platten aller Zeiten veröffentlicht haben, und bin noch so begeistert wie damals.

But now I stand here with my arms outstretched
Breathing clearest air
I´ve found everything I´ve lost before
And when I fall I fly in endless circles
No one catches me, no one stops me anymore
(„Dusk“)

Zum Glück hat sich die Band aufgelöst, bevor Goth Rock langweilig und beliebig wurde, nicht allerdings ohne vorher mit „The Cycle“ noch selber ein völlig langweiliges und beliebiges Album abgeliefert zu haben. Egal.

Soon I´ll be forgotten
I´m drifting weightlessly in time, all alone
I was suffocated by your kiss, I´m buried again
(„Buried Again“)

Nicht kategorisiert18.08.2005 13:44h

so ist das. Und so auch.

Logbuch17.08.2005 19:05h

…wenn die Grillen um mich zirpen. Die sahen allerdings früher schöner aus, als ich sie noch in Marmeladengläsern gefangen nahm. Egal, das war ein schöner Nachmittag; endlich mal am Kanal gesessen und einfach nichts gemacht. Gut, die aktuelle Jungle World war auch dabei, aber die ist auch – leider nur ausnahmsweise mal – von vorne bis hinten lesenswert, mit Artikeln über „Die Linkspartei“, Attac und das Freakstock sowie einem Interview mit der „Linkspartei“-Abgeordneten Julia Bonk. Sehr interessant das alles, auch wenn mir bei dem Freakstock-Artikel die Kritik an den Jesus Freaks doch arg zu kurz kommt.

Ich wurde sogar von einer Wespe gestochen, und ein Schiff kam vorbei. Sachen gibt´s.