Möpke schritt genügsam auf und ab. Hier in seinem Bunker, in dem keine Zeit verging, keine Rose mehr blühte und kein Leben ihn störte, war es warm und gemütlich. Aus den Wänden schauten gußeiserne Rohre auf ihn herab, unablässig tropfte Wasser heraus, und es roch recht dumpf, nach Schimmel, nach Moder. Auch an Möpke selbst war die Zeit nicht spurlos vorübergegangen, eine krebsrote Schicht bedeckte Teile seines Körpers, eine Schicht, von der er sich viel versprach, wenn sie mal ausgewachsen sein würde. Die Nächte waren lang hier unten, um genau zu sein, hatte der junge Student noch nicht ein einziges mal Licht gesehen, weshalb er die Rohre und das Wasser auch nur ertasten, erriechen und erschmecken konnte. Das war sein Vergnügen. Es machte ihn glücklich, es war wie Onanie, nur nicht ganz so dreckig, fand er. Er fand sowieso so einiges. Einmal war ein Eidechsenmann auf einem Rhinozeros an ihm vorbeigeritten; den hatte er dann getötet und die Überreste gegessen. Das war das schöne, wenn man alleine war, alleine in dem Bunker, dachte Möpke und setzte sich erstmal hin. Kein Licht, seit Monaten, das Tropfen des Wassers. Da hörte er ein Schaben, und bald darauf eine Stimme: „Heda, Möpke“, schnarrte die Schabe, „komm raus, die Luft ist rein. Veilchen duften im Frühlingswind, die Äcker sind sonnenüberflutet, ein Spatz pfeift. Viel besser als deine stinkenden Rohre! Komm raus, und sieh es dir an!“ Möpke tat wie ihm geheißen; warum auch nicht, dachte er, so viele Eidechsenmenschen gibt es hier sicherlich nicht mehr; eine Schabe macht noch keinen Sommer, klar, aber man weiß ja nie. Er kletterte aus dem Loch. Oben blendete die Sonne ihn, er fiel nach hinten und brach sich das Genick.