Nicht kategorisiert30.11.2005 23:11h

think about all the good in your life
- it’s only temporary
think about all the positive sides in life
- they never last forever

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Spartenliteratur30.11.2005 11:54h

„Heute nacht war es wieder da, das Gespenst, die Angst, nicht in diese Welt zu gehören, ein Mensch zwar zu sein, aber einer, der nicht weiß, wie andere Menschen funktionieren. Was muß man tun, um in dieser Welt Erfolg zu haben? All das über Bord werfen, was einen ausmacht? Oder ist es nur ein wenig Selbstverstellung? Ein wenig nur. Die anderen müssen sich nicht selbst verstellen, die sind einfach so, daß es funktioniert – was immer „es“ auch ist. Ist Selbstmitleid steuerlich absetzbar? Wie kann man sich verstellen, gibt es da Knöpfe oder kleine Räder für, wie bei einer Uhr?

Sei einfach du selbst. Das stinkt doch.“

Sie schaut zufrieden auf ihre Notizen. Das klingt gut, denkt sie, da hab ich mir aber mal wieder was von der Seele geschrieben, denkt sie. Daß ihre Seele sich nur bestätigt fühlt, immer schwerer wird und schließlich zu sinken beginnt, daran denkt sie nicht. Sie schenkt sich noch einen Kaffee ein; der ist mittlerweile kalt. Ihr Knie zittern, vielleicht wäre Tee doch besser gewesen. Sie ruft ein paar Freunde an, schaut ihre Lieblingsserie, schneuzt sich die Nase und springt aus dem Fenster. Ein Glück, daß es nicht sehr hoch ist, denkt sie, als sie im Gras landet, das weich und grün ist. Sie putzt sich den Dreck von den Stiefeln, flüchtig, und stürmt hinein in die Nacht, mit einem Lächeln auf den Lippen.

Nicht kategorisiert29.11.2005 16:50h

That Never Goes Out.

Spartenliteratur29.11.2005 15:30h

verloren steht der mann am ufer
zählt die schiffe, zählt die lieder
eines längst vergess´nen winters

kalt der nebel zwischen schläfen
geht er nun und kehrt nicht wieder
schreit der mann ins uferdickicht

all die lieder und die tränen
all die lieder und die tränen

wehen wolken übers wasser
dort der rauch von einem feuer
kein mann steht mehr am uferdickicht

ein vogellied weht leis herüber
schrei von einem ungeheuer
erinnerungen eines winters

zwischen schilf und stolzen schwänen
zwischen schilf und stolzen schwänen

Logbuch27.11.2005 23:17h

…Anblick eines Fotos mit lachenden Kindern drauf erschien mir heute als das mit Abstand traurigste, was ich mir vorstellen kann. Sie wachsen auf, dann kommt der Ernst des Lebens, und alles ist kaputt.

Ich bin sehr froh, daß das Lachen dennoch niemals wegzugehen scheint.

Logbuch27.11.2005 23:15h

…ein Gedicht begonnen, dann war mir aber doch wieder alles zu ekelig.

Logbuch23.11.2005 17:28h

…einer bürgerlichen Sozialisation: sich beim Einkaufen darüber freuen, etwas Gutes für die Volkswirtschaft getan zu haben. Ekel.

Genau wie vor Deutschland, dem Genosse kryszinski hier in vortrefflicher Manier die Meinung geigt.

Nicht kategorisiert22.11.2005 14:39h

…hat eigentlich das Nasenspray erfunden? Ein Denkmal muß her für diesen Menschen!

Logbuch, Betrachtungen22.11.2005 14:15h

Ich sah die Decemberists. Es war phantastisch.

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Betrachtungen19.11.2005 14:02h

In diesem Statement der Aktion 3 cities against the wall (gefunden bei bessere zeiten) heißt es:

We believe that the world of the future is a world without borders. We support the right of a Turk to work in Germany, of a Haitian to seek refuge in the United States, of a Croat to live peacefully in Serbia. Thus we also support the right of a Palestinian, a Jew, or anyone else to live in the city of his or her choice, to enjoy all the privileges of citizenship there, and to travel freely to and from this home. This is not a radical demand but a natural human expectation. The attempts of twentieth century governments to control their nations’ demographics through genocide, forced transfer, and other coercive means have been a disaster and such policies must be discarded. It is outrageous that at a time when governments in Europe are discussing the possibility of open borders, Israel is building a new border of cement and steel. We oppose the Wall because it is a wall against the future.

Die Utopie dieser Leute ist also eine Welt, in der alle Völker ohne Grenzen friedlich miteinander leben können – vermutlich durch „Toleranz“ oder so etwas. Daß die Idee von „Volk“ an sich schon verkehrt ist und zwangsläufig Grenzen hervorbringen muß, einfach weil ein Volk eben kein anderes Volk sein kann, kommt ihnen nicht in den Sinn: das alte dumme Hippie-Vorurteil vom zwar volksbewußten, aber harmoniebeseelten Menschen bzw. Bürgers. Als ob der Mensch im Kapitalismus irgendwie Bock auf Frieden hätte! Ganz im Gegenteil: er muß sich ja messen, sonst geht er vor die Hunde. Und organisiert wird das im demokratischen Staat, der in dem Statement nicht kritisiert wird: „the priviliges of citizenship“ für alle wird gefordert. Daß ein vernünftiges und friedliches Zusammenleben nur ohne „citizenship“ funktionieren kann, verstehen sie nicht, und genau deshalb verstehen sie auch nicht den Zweck der israelischen Mauer: der liegt nämlich nicht in der Trennung zweier Völker oder gar der Unterdrückung eines Volkes, sondern ganz profan in der Verhinderung von terroristischen Attentaten. Das ist eine traurige Tatsache: in einer Welt, in der Völker, Nationen, Herrschaft usw. konstruiert werden, gibt es Aggressionen untereinander, gibt es Konkurrenz und gibt es Haß; davon auszugehen, daß ohne die Mauer dort weniger Haß am Start wäre, ist naiv. Die Alternative ist nicht, einzelne (konstruierte) Kollektive dafür zu verurteilen, daß sie sich gegen andere wehren oder ihre Grenzen sichern – das passiert nun einmal –; die Alternative ist die Abschaffung des ganzen Konstrukts.