Möpke30.12.2005 13:54h

„Sausack!“, ergänzte die kleine Ente und sah Möpke dabei an. „Halt doch einfach die Fresse, wenn wir über Fußball reden! Du hast doch keine Ahnung davon!“, schnatterte sie und schlug wild mit den Flügeln. Es war eine Stockente, sie hatte einen Stock im Arsch. Möpke interessierte das herzlich wenig. Mit stoischer Gelassenheit hob er sein Messer, um es elegant auf sein Brot hinabsausen zu lassen. Hinabsausen – wie sehr freute ihn dieses Wort! Wie vollendet war sein Klang! „Hinabsausen“, sagte Möpke zu der Ente, „ist das schönste Wort, das ich kenne.“ Und er schmierte sich das Brot und aß es. Wie der Zufall es aber nun wollte, kam sein guter Freund Henk des Weges und fragte ihn nach eben jenem. „Du“, sagte Möpke, „das weiß ich nicht, wo der Weg ist, ich schätze aber, du gehst gerade darauf.“ Henk bedankte sich und ging seines Weges; er war nämlich immer noch auf der Suche nach der Stadt, in der es schön war. Bisher hatte er nur Berlin und Hamburg gefunden, die gefielen ihm nicht. Möpke kümmerte auch das nicht, er genoß seine Knifte. Als er damit fertig war, wollte er die Ente braten und griff deshalb nach ihr. Sie aber, die die ganze Zeit nutzlos da gesessen hatte, dachte nicht daran, sich verspeisen zu lassen und wackelte frech mit ihrem Hintern. „Ungezogenes Biest!“ rief Möpke da, „Trotzkopf!“ Und er schnappte sich ein Buch von Wilhelm Busch, um die Ente auf Zack zu bringen, aber ordentlich. Augenblicklich wurde es Winter, und Möpke beschloß, Schlitten zu fahren. Auf dem Speicher fand er, was er suchte, mußte aber feststellen, daß bereits ein Penner den Schlitten bewohnte. Möpke verscheuchte ihn, öffnete die Tür und stürmte schnell zum Rodelberg. Als die Kinder den Irren herannahen sahen, zuckten sie nur kurz mit den Schultern und spielten eben Game Boy; oben angekommen wartete bereits die Ente auf ihn. „Du, Möpke“, begann sie, „dir ist schon klar, daß da unten ein zugefrorener See auf dich wartet?“ Wer baut denn einen zugefrorenen See ans Ende eines Rodelbergs, dachte Möpke und sprang auf den Schlitten. Auf dem See angekommen, brach er selbstverständlich sofort ein und gefror. Die Ente seufzte, zog den Schlitten mit dem gefrorenen Möpke aus dem Tümpel und nahm ihn mit zu sich nach Haus, um ihn vor den Kamin zu stellen, wo er geraume Zeit so vor sich hin taute, bis schließlich nur noch eine mickrige Pfütze von seiner Existenz zeugte. Das Wasser füllte die Ente in eine Urne, schrieb „Möpke“ darauf und lehnte sich zufrieden zurück. Ein schöner Winter!

Nicht kategorisiert29.12.2005 00:10h

Google: geschlechtsverkehr.

Lustig?

Logbuch27.12.2005 12:37h

…, der Scheiß. Ein Glück. Erstmal Clickclickdecker hören, „Erste Schritte“:

„komm rein, hier ist´s warm
mal schaun, was so geht
komm rein, sei willkommen
wenn das wetter nur etwas besser wär“

Nicht kategorisiert23.12.2005 16:17h

Kommando Sonne-nmilch, „Weinfass“

achtung achtung – dies ist eine übung
also – ich wünsche euch kein frohes fest
und kein guten rutsch ins neue jahr
weder werde ich zum geburtstag gratulieren
noch jemandem zur goldenen hochzeit beglückwünschen

ich habe mir auch vorgenommen
keine öden und überflüssigen komplimente auszuteilen
und nur zu lachen, wenn es angebracht ist
ferner werde ich keine geschenke austeilen
oder jemanden grüssen
ich werde keine namen nennen
und kein danke oder bitte
ausdruckslos und starr sitze ich auf meinem weinfass
und harre der dinge
und warte tatsächlich auf ein wunder
vielleicht begünstigt diese haltung ja
das es wirklich geschieht

(erschienen 2004 auf „Der Specht baut keine Häuser mehr“, bei Sounds Of Subterrania)

Nicht kategorisiert23.12.2005 13:53h

Achim Greser von Greser & Lenz gerade im ZDF-Mittagsmagazin auf die Frage nach dem für ihn spektakulärsten Ereignis des Jahres 2005:

Für mich war das ein spektakulärer Geschlechtsverkehr mit meiner Freundin im Mai dieses Jahres.

Der Mann weiß, was wichtig ist.

Möpke22.12.2005 14:47h

Möpke hatte keine Lust mehr. Seit Stunden schmolz dieses Schokoladeneis auf seiner Hand dahin, und niemand kam, um es abzulecken. Jetzt wusch er sich die Hände; es war ein befreiendes Gefühl. „Henk!“, rief Möpke, „wieso magst du kein Schokoladeneis?“ Aber Henk schlief, seinen Spaten auf der Brust, wie ein kleines Baby. Es war schön anzusehen, zwischen all den Backsteinen, die darauf warteten, erneut ein Stück dieser Stadt zu zerstören. Stadt? Möpke sah sich um. Er wurde der ohnmächtigen Stille gewahr, die da herrschte. Es gab keine Stadt, er war im Nichts, einer grauen Fläche aus welligen Mosaiksteinen. Hier und da schaute mal eine Maus hervor, die ihren Käse suchte, aber auch Käse gab es nicht. Schweren Schrittes ging Möpke das Ufer entlang, denn ein Ufer gab es, das Ufer eines Meeres voller Schokoladeneis. Möpke haßte Schokoladeneis. Er schrie: „Ich hasse Schokoladeneis!“, und ein Vogel kam geflogen, der ihn gehört hatte. „Möpke“, sagte der Vogel, „wir alle hassen Schokoladeneis. Diese braune Suppe schmeckt nicht.“ Sagt´s und flog davon. Möpke fühlte sich auf einmal sehr einsam – gut, daß er eine Tür fand, die mit „Gelateria“ beschriftet war. Schnell ging er hinein, bestellte Erdbeereis, gutes süßes Erdbeereis, und setzte sich. Merkwürdig, dachte Möpke, ist das nicht Henk hinterm Tresen? Mein treuer Freund Henk? Was macht er mit dem Spaten? Doch es war schon zu spät: das Erdbeereis kam, und Möpke sprang auf, entgeistert, und rannte davon, vom Hafer, der auf seinem Stuhl gelegen hatte, gestochen, hinein ins Meer aus Schokoladeneis. Die Fluten trugen ihn davon.

Betrachtungen20.12.2005 14:49h

2005 war ein verdammt gutes Jahr, was Musik angeht. Es sind eine ganze Menge guter Platten erschienen, von denen ich einige sicher verpaßt hätte, hätte nicht die Recommended Listenings-Seite von Questionable Content mir das Tor zur sog. „Indie“-Welt weit aufgestoßen. Umso schwerer war´s, unter all den grandiosen Veröffentlichungen, an die man dank Internet ja mittlerweile recht schnell herankommt, die 20 besten auszusuchen. Wie war das eigentlich früher? Man hat irgendwo von einer Platte gelesen, wollte sie unbedingt haben, ist zum Kleinstadtladen gefahren, der sie natürlich nicht hatte, hat sie dann irgendwo bestellt und drei Wochen drauf gewartet, um sie dann immer und überall zu hören oder sie als Fehlkauf abzutun. Und heute liest man was interessantes auf irgendeinem Blog oder bei last.fm, lädt sich den Scheiß runter und kauft sich die Platte erst hinterher, wenn sie einen wirklich überzeugt hat. Fehlkäufe gibt es praktisch nicht mehr, die Spannung ist dahin, dafür hat man alles. Paradiesisch ist das nicht, dabei wollte ich es früher immer so. Merkwürdig.

Na ja. Manche Platten kriegt man ja immer noch nicht online. Die neue Trend z.B. hab ich mir so richtig old school angeschafft. Macht auch keinen Unterschied, irgendwie. Aber ich wußte ja auch, daß sie gut ist.

Hier sind meine 20 Lieblingsplatten dieses Jahres, von hinten nach vorne:

(more…)

Betrachtungen20.12.2005 00:55h

Nachdem ich jetzt zwei Stunden lang wie ein Bekloppter versucht habe, eine Top 20 Liste der besten Alben dieses Jahres so zu erstellen, daß alle Bilder untereinander und mit Text neben den Bildern hier erscheinen, nun etwas weniger frustrierendes:

Twee Pop Love!

Ein Blog, das haufenweise gute, unbekannte Musikerinnen und Musiker empfiehlt. Ich bin überwältigt! Auf der ersten Seite ist mir besonders ins Ohr gefallen: der angenehm beschwingte apocalyptic folk pop der Winks.

Das ist mal wieder einer der Momente, in denen ich NICHT froh darüber bin, welche musikalische Vielfalt mir das Internet eröffnet. Wann soll ich das denn alles hören?

Nicht kategorisiert18.12.2005 15:13h

…: „Lustige Referers“: Google: stark geschminkte Frauen über 40

Nicht kategorisiert16.12.2005 17:39h

…unsere Aufnahmen sind online. Lautstärkeregler hoch, Luftgitarrenposerhaltung einnehmen und Revolution machen (in Gedanken).

Danach: Revolution machen.