Möpke hatte keine Lust mehr. Seit Stunden schmolz dieses Schokoladeneis auf seiner Hand dahin, und niemand kam, um es abzulecken. Jetzt wusch er sich die Hände; es war ein befreiendes Gefühl. „Henk!“, rief Möpke, „wieso magst du kein Schokoladeneis?“ Aber Henk schlief, seinen Spaten auf der Brust, wie ein kleines Baby. Es war schön anzusehen, zwischen all den Backsteinen, die darauf warteten, erneut ein Stück dieser Stadt zu zerstören. Stadt? Möpke sah sich um. Er wurde der ohnmächtigen Stille gewahr, die da herrschte. Es gab keine Stadt, er war im Nichts, einer grauen Fläche aus welligen Mosaiksteinen. Hier und da schaute mal eine Maus hervor, die ihren Käse suchte, aber auch Käse gab es nicht. Schweren Schrittes ging Möpke das Ufer entlang, denn ein Ufer gab es, das Ufer eines Meeres voller Schokoladeneis. Möpke haßte Schokoladeneis. Er schrie: „Ich hasse Schokoladeneis!“, und ein Vogel kam geflogen, der ihn gehört hatte. „Möpke“, sagte der Vogel, „wir alle hassen Schokoladeneis. Diese braune Suppe schmeckt nicht.“ Sagt´s und flog davon. Möpke fühlte sich auf einmal sehr einsam – gut, daß er eine Tür fand, die mit „Gelateria“ beschriftet war. Schnell ging er hinein, bestellte Erdbeereis, gutes süßes Erdbeereis, und setzte sich. Merkwürdig, dachte Möpke, ist das nicht Henk hinterm Tresen? Mein treuer Freund Henk? Was macht er mit dem Spaten? Doch es war schon zu spät: das Erdbeereis kam, und Möpke sprang auf, entgeistert, und rannte davon, vom Hafer, der auf seinem Stuhl gelegen hatte, gestochen, hinein ins Meer aus Schokoladeneis. Die Fluten trugen ihn davon.