Logbuch13.12.2005 19:36h

…: nach dem Besuch beim Heilpraktiker direkt das Chefdenker-Motto umzusetzen: Bier jekooft, uppjemacht, nit lang drüber nachjedacht.

Auf die Gefahr hin, mir jetzt Sympathien verspielt zu haben, wegen Heilpraktiker und Chefdenker: Ich bin halt vielseitig. Und privat versichert!

Auf die Gefahr hin, mir jetzt noch mehr Sympathien verspielt zu haben: Für den Kommunismus! Und außerdem war der Heil-/Chiropraktiker leider nicht halb so gut wie ich mir erhofft hatte. Na ja, wird vielleicht noch besser. Bis dahin eben weiter Rückenschmerzen statt Kommunismus, seufz.

Logbuch13.12.2005 00:01h

…“neighbour radio“ bei last.fm lief gerade „Looking For Freedom“ von David Hasselhoff. Das war mein allererstes Lieblingslied, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt. Davor liefen Sage Francis, The Postal Service und Sole, danach Mogwai.

Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu.

Empfehlungen12.12.2005 18:35h

5 uhr morgens / das ist die freiheit / 5 uhr morgens / das ist die einsamkeit / stadt angesehen / öde diskotheken / straßenmädchen / billige fassaden / so viel schmutz / und gunter, gunter fand´s zum kotzen

Trend singen den Blues. Mit Hingabe. Sie empfehlen „Mehr Rockelemente“, wollen den „ganzen Standortvorteil“ und konstatieren: „Gott hat keine Flugzeuge“. Was auf dieser Platte, „Navigator“ heißt sie, passiert, ist Punk, wie er lebendiger und cooler nicht sein könnte, minimalistisch in den Arrangements, wütend im Ausdruck und sehr von den 80ern, namentlich von Gang Of Four, inspiriert. Man muß den Briten dafür danken, denn diese Platte ist groß. Erschienen ist sie auf Sounds Of Subterrania.

5 uhr morgens / die alte brücke / 5 uhr morgens / der platz, wo er oft mit ihr war / und da steht sie / schaut über´s geländer / rumgelaufen / nachgedacht, nachgedacht / ohne dich ist alles quatsch / gunter, das ist alles quatsch / dein happy end nimmt uns doch keiner ab / 5 uhr morgens / das ist unser ende / 5 uhr morgens / dein happy end nimmt uns doch keiner ab

(aus „5 uhr morgens“)

Logbuch, Betrachtungen11.12.2005 16:09h

…würd ich auch was darüber schreiben, aber nachdem mir gestern ein Stagediver in den Nacken gefallen ist und ich heute nacht wohl irgendwie falsch gelegen habe, kommt da nichts vernünftiges bei rum. Aua. Vielleicht immerhin ein kleiner Exkurs zum heutigen Grindcore-Publikum:

Alles falsche Schweine.

So. Da waren mir die Deutschpunk-Kids am Freitag wesentlich lieber, obwohl sie zu etwa 90% uniformiert daher kamen und zu etwa 50% „Ratte“ hießen. Merkwürdigerweise feierte das Pack Inspektor Tanzbär gnadenlos ab; völlig zu Recht natürlich.

Ein gelungenes Wochenende.

„Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann möcht ich aufstehen und alles kaputt schlagen!“

(Inspektor Tanzbär, ‚Leidkultur‘)

Nicht kategorisiert07.12.2005 21:53h

Wenn der Mensch gescheit und langweilig ist, wird er sich nicht zum Leichtsinn herablassen. Wenn er leichtsinnig ist und gescheit – wird er es sich nicht erlauben, langweilig zu sein. Nur ich Trantüte habe es irgendwie geschafft, beides miteinander zu verbinden.
Und soll ich euch sagen, warum? Weil ich seelisch krank bin, das sieht man mir nur nicht an. Weil ich, seit ich mich erinnern kann, nichts anderes tue, als seelische Gesundheit zu simulieren, jeden Augenblick, und darauf verschwende ich meine ganzen Kräfte (restlos alle), die geistigen, die physischen und alle sonstigen. Daher kommt es, daß ich langweilig bin. Alles, worüber ihr redet, alles, was euch tagtäglich beschäftigt, ist mir unendlich fremd. Ja, und darüber, was mich beschäftigt, darüber werde ich nie und niemandem ein einziges Wort sagen. Vielleicht aus Angst, für verrückt erklärt zu werden, vielleicht aus sonst einem Grund, jedenfalls – kein Wort.

Wenedikt Jerofejew, „Die Reise nach Petuschki“, Piper 1978/10. Auflage 2005, S. 42

Spartenliteratur06.12.2005 23:29h

am tag, wenn das warme grau
des himmels schnell ins schwarze fällt
gerinnt der kummer zu nichts
verfällt auch das grauen

dann geht kein hauch mehr durch die poren
verlieren worte ihren sinn
und die, die ohnehin keine haben
schwitzen stumpf auf toten brettern
die gar nichts bedeuten

bei nacht, wenn der rauhe wind
die äste gegen´s fenster peitscht
schreit ein kind aus dem nichts
beginnt mit dem staunen

dann springen sterne durch das feuer
tanzt der harlekin im kreis
und die, die ohnehin niemals lachen
grinsen stumpf aus toten mündern
die gar nichts bedeuten

und die sonne erscheint
kein gedanke mehr an sterne

Betrachtungen02.12.2005 16:24h

Glück ist:

Im Eingeweide einer Kneipe mit klugen Freunden dummes Zeug schwätzen.

Hat Harry Rowohlt mal im FAZ-Fragebogen geschrieben. Recht hat er.

Glück ist auch: Tee trinken.

Betrachtungen02.12.2005 11:04h

An der Universität gibt es kleine Aufkleber auf dem Klo:

Verzeiht den Reichen nichts. Gebt dem Sozialismus doch noch eine zweite Chance.

Och menno, nu laßt den armen kleinen Sozialismus doch mal mitspielen! Kommt schon, der ist doch ganz nett!

Irgendwie niedlich. Ich frage mich nur, was „die Reichen“ damit zu tun haben. Schließlich will ich auch mal reich sein, reich wie die Nazis, und dann kauf ich mir ein Haus an der Küste, und alles wird gut.

Möpke02.12.2005 11:03h

Möpke aß ein Möpkenbrot. Er starb auf der Stelle.