Wie das war, als der Tisch für dich gedeckt war. Und du bist nicht gekommen, weil wir uns nicht mal kennen. Und jedes mal ein neues Mal zuviel ist. Ob du dann irgendwo da rumstehst oder nicht mal das.

(„Zwei im Sinn“)

Das tut weh, das geht ganz tief, und das gibt dennoch Kraft. Schneller Autos Organisation, eine Gruppe aus Hamburg, hat 2003 mit „World“ ein Album gemacht, das man getrost zu den besten Punkplatten aller Zeiten zählen darf, weshalb ich auch hoffe, dass jeder der geschätzten 23 Leserinnen und Leser dieser Zeilen das Teil bereits kennt. Wenn nicht, wäre ein Kauf dringend angebracht – Melancholie, Verzweiflung, Wut, Subversion, all der ganze Kram halt, der Punk so ausmacht, ist da drauf, und noch ein bißchen mehr. Versteckt allerdings unter einem musikalischen Minimalismus, der so weit geht, dass man sich beim Hören gelegentlich fragt, ob da eigentlich mehr als nur ein Song drauf ist. Ist es, irgendwann kriegt man das mit und ist dem Album verfallen. Noch ein Zitat:

Alte Fragen zum Vergessen und neue Platten für die Zeit danach. Von irgendeinem, der den Vorsitz führt über die Jugend, die noch lachen kann. Oder wieder gutes Wetter, mit neuen Platten das ganze Land beschallen und beklebt. Das macht die Narben weg und alte Melodien, die man nicht tanzen kann. So sehr man sich bewegt.
Alte Platten von Auschwitz. Wie die Juden, die es nicht mehr gibt. Zum Vergessen viel zu sperrig. Ein letzter Gruß an die Kultur und Dr. Motte. Oder ein anderes von den Monstern, das den Vorsitz führt über eine Generation – deine Generation – meine Generation.

(„Klarschiff“)

Kulturpessimismus? Scheiß drauf. Die haben doch Recht. Und spielen live: übermorgen in Berlin/K9 und in drei Tagen in Potsdam/Black Fleck.


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