Logbuch31.03.2006 20:09h
And so we run over the ground
And we talk without a sound
When we fall we were already down
Down

Ja, so muss das sein, wenn…

Logbuch29.03.2006 22:01h

…gekauft zu haben war ein Fehler. Schmeckt wie Honig. Hat also nicht irgend eine leichte Honignote oder sowas, sondern ist einfach total süß. Fürchterlich!

Fürchterlich auch: wenn morgens um 9 Uhr die Klingel geht, man aber natürlich nicht aufstehen kann, weil das halt gar nicht geht, dann um 10.15 Uhr das nächste Mal jemand klingelt, man diesmal aufsteht, um aus dem Fenster zu schauen, nur um festzustellen, dass es sich um einen privaten Zustelldienst handelt, und man die Tür selbstverständlich wieder nicht öffnet. Schließlich ist es 10.45 Uhr, und die Post will ihre Briefe loswerden. Und klingelt.

Schön ist das nicht! Und was mach ich jetzt mit dem Tullamore-Zeug?

Logbuch28.03.2006 17:27h

…sage danke und komplimentiere gern zurück. Das mit dem Linken ist ganz einfach: einfach wegmachen irgendwann, wenn´s scheiße wird. Merkt eh keiner.

Liebes Tagebuch,

heute ist ein super schöner Tag. Die Sonne scheint, Bier ist im Kühlschrank, Termine gibt es nicht, und das beste: mir geht es gut! Mir ist nicht übel, ich kann mich über schöne Musik freuen und niemand ruft an. Gestern war ich auf einem schönen Konzert, und auch da ging es mir gut! Die Band hieß Lampshade und hat ganz tolle Musik gemacht, ganz zauberhafte. Ein Freund und ich waren da, und zwar mit dem Fahrrad, das hat richtig Spaß gemacht, weil es hier manchmal rauf und runter geht. Das rauf ist nicht so schön, das runter aber. Na ja. Mal sehen, was die Woche noch so bringt!

Dein

h.l.

„Und ich wär hier so gerne zuhause,
denn die Erde ist mein Lieblingsplanet.
Doch ich werde hier nie so zuhause sein
wie die Freunde der Realität.“

(Funny van Dannen)

Betrachtungen28.03.2006 14:10h

Die Titanic meldet, was ich schon immer wusste: Die Deutschen sind die Klügsten – die Klügsten im Bereich „industrieller Massenmord“ und „massenhaftes Selbstmitleid“? Nein. Der britische Psychologe Richard Lynn, von dem dieser hanebüchene Unsinn stammt, meint ganz profan: die Klügsten. Und hat da auch „eine ungewöhnliche Erklärung“ für, wie es im Spiegel heißt:

Die kalten Temperaturen haben nach Ansicht des Professors die hiesigen Gehirne voluminöser werden lassen.

Ah, ja. Doch nicht nur die Tatsache, dass es hier rattenkalt ist, sei für die deutsche Überintelligenzbestie verantwortlich, auch „fleischige Nahrung“ habe ihr Scherflein dazu beigetragen:

„Die frühen Menschen in nördlichen Gebieten mussten die kalten Winter überleben, in denen es keine pflanzliche Nahrung gab, und waren gezwungen, großes Wild zu jagen“, sagte Lynn der „Times“. Die Nahrung bilde den größten äußeren Einfluss auf den IQ, und die Menschen in Südosteuropa hätten durch die fleischärmere Ernährung weniger Proteine, Mineralien und Vitamine abbekommen. „Sie sind wichtig für die Entwicklung des Gehirns“, meint Lynn.

Hat schon einmal jemand den Intelligenzquotienten der Inuit gemessen? Die müßten vor lauter Robbenfleisch ja komplett genial geworden sein. Oder Welteroberer:

Auch die militärischen Siege der Briten gegen die Franzosen im Laufe der Jahrhunderte sieht Lynn unter anderem mit seinem Befund erklärt: Es sei ein Gesetz der Geschichte, dass das militärische Lager mit dem größeren IQ gewinne.

Moment, wie war das noch mit dem Zweiten Weltkrieg…? Ach so:

Diese Regel gelte allerdings nicht, wenn – wie bei den Deutschen im Zweiten Weltkrieg der Fall – die Armee zahlenmäßig stark unterlegen sei.

So ein Mist aber auch. Da waren die Deutschen schon die klügsten Meuchelmörder und wurden doch von ihnen zahlenmäßig überlegenen Idioten niedergemacht.

Diese Studie reiht sich ein in den völlig unsinnigen Umgang mit dem Thema „Intelligenz“ und „Gehirn“ in den populären Medien. Biologistischer Blödsinn wird als Wissenschaft verkauft, gesellschaftliche Bedingungen, ganze Bevölkerungsgruppen auf eine Zahl eingestampft, der Körper, die Ernährung oder was auch immer zum Maßstab der Geschichte gemacht. Dabei ist nüchtern betrachtet das Ergebnis des Ganzen folgendes: wer 1. überhaupt auf die Idee kommt, ein europäisches IQ-Ranking erstellen zu wollen, ein Ranking also, das schlicht und einfach überhaupt keine Aussagekraft hat, und dann aber 2. noch für jedes Land andere Studien als Datengrundlage heranzieht, der hat nicht mehr alle Tassen im Schrank, ist der Studie zufolge also Brite und sollte, zumal als emeritierter Professor, einfach mal die Klappe halten.

Nachtrag: Weiteres dazu bei ascetonym.

Nicht kategorisiert27.03.2006 18:03h

Prost.
Betrachtungen25.03.2006 23:30h

Ein gewisser Holger Elias schreibt in dem früheren Zentralorgan der „Freien Deutschen Jugend“, junge Welt, folgendes:

Ein wenig Resignation schwingt schon mit, wenn man die Leute auf den Straßen Sachsen-Anhalts nach den Landtagswahlen am Sonntag fragt. »Hier ändert sich sowieso nichts«, hört man, meist garniert mit der typischen Handbewegung. »Egal, wer in Magdeburg sitzt, für uns kommt eh nichts dabei rum.«

Die Analyse stimmt: egal, wer an der Macht ist, gemacht wird, was dem Staat nützt, nicht den Menschen. Die haben zwar Bedürfnisse, doch Politiker sind Angestellte des Staates und haben diesem abstrakten Gebilde zu dienen, und zwar ausschließlich; um Bedürfnisse geht es immer nur an zweiter Stelle, wenn überhaupt.

So.

Anstatt aber nun mit Fackeln den Reichstag zu stürmen, wie es total kaputten Menschen eigentlich gebürte, wird auf gutes Opfer gemacht: es wird gejammert, es wird deutsch. Die „Bild“–“Zeitung“ wird gelesen, „DSDS“ wird geschaut, „Klinsi“ wird gerügt dafür, dass er in den USA wohnt, dort, wo´s angeblich mehr Sonne hat als hier – eine Frechheit! Aber die Naturkatastrophen, he he –, und wenn man mal das Wort erhebt und ein bisschen was von Kommunismus erzählt, werden die Ohren verschlossen und Kreuze gemacht. Das ist Deutschland, das ist deutsche Demokratie.

Dabei wäre doch alles so einfach: die erwähnten Fackeln vor dem Reichstag, die Bundeswehr im Innern, im Innern des Volkes, vor allem deren Kugeln, und es herrschte endlich Diktatur. Diktatur, das wäre herrlich. Das wär‘ nicht sowas raffiniert verlogenes wie der Beschiss, dem wir heute so ausgesetzt sind: diesem verschleierten Herrschaftssystem, das dieses hässliche Lächeln der Menschen, die sich wählen lassen wollen (die meisten aus Opportunismus, manche – dümmere – aus Idealismus), hervorbingt, dieses ästhetische Verbrechen, dem man ständig aus irgendwelchen völlig nichtigen Anlässen – Bundestags-, Landtags-, gar Europawahl – ausgesetzt ist, diese völlig dumme Beleidigung jedes An- und Verstandes. Auf die Dauer kostet das übrigens beides: Anstand, weil Anstand ein Lieblingswort bürgerlicher Idioten ist, Verstand, weil es Psychiatrien gibt. Wie kommt man da wieder raus?

Nur sehr schwer. Ein Arzt muss einen gesund schreiben. Also besser gar nicht erst krankschreiben lassen, sondern die Fackel rausholen und sie irgend einem derjenigen in die Hand drücken, die dieser Herr Elias da so gehört hat. Dann rauf auf den Balkon und den Kasten Bier nicht vergessen – es wird ein vergnüglicher Abend!

Nicht kategorisiert24.03.2006 11:08h

Schön, wenn Langeweile zu so völlig unnützen Dingen führt wie dem Ausfüllen von Fragebögen. Unter „(more…“) findet jetzt also, wer neugierig und ebenfalls gelangweilt ist, meinen Fragebogen zu den „20 Tracks“ zu irgendwas.

(more…)

Nicht kategorisiert20.03.2006 22:37h

Google: oma hans myspace

Google: melancholie menschenhass

Empfehlungen20.03.2006 20:38h

foto: iwouldetc.com

Das ist Lindsey Leigh Harbour, sie singt und spielt Geige bei der amerikanischen Band I Would Set Myself On Fire For You, deren Musik fast so schön wie ihr Name ist. Darüber hinaus verliebt man sich sowieso sofort in die Band, wenn man die Photo-Section auf ihrer Homepage anschaut – ich glaub, sympathischere Leute habe ich selten auf Fotos gesehen. Musikalisch bewegt man sich auf einem soliden Screamo-Fundament, schreibt dabei aber lange, atmosphärische Songs, in denen die Violine eine tragende Rolle einnimmt. Das macht ihre erste, unbetitelte LP von 2004 so besonders, und ich weiß gar nicht, warum ich jetzt erst angefangen habe, sie richtig abzufeiern.

Bald kommt auch eine neue 7″; einen der beiden Songs, die darauf sein werden, kann man sich in einer ungemasterten Version hier anhören.

Betrachtungen18.03.2006 20:13h

Einen interessanten Text zum Thema „Menschen mit Behinderungen“ las ich heute bei Metalust & Subdiskurse und schrieb dazu einen Kommentar, den ich mit folgenden Worten beschloss:

Jedenfalls bin ich nach wie vor einerseits sehr froh, daß es im Kapitalismus wenigstens diesen Schonraum – die GB-Schule – gibt, an der Menschen nicht den sonst normalen unmenschlichen Leistungsanforderungen ausgesetzt sind, andererseits macht mich das sehr traurig, daß nicht jedes Kind in den Genuß eines offenen Unterrichts ohne Konkurrenz- und Leistungsdruck kommen darf. Denn das steht für mich fest: das Konzept einer Schule für alle muß sich genau an dieser Schulform orientieren – wofür es allerdings vermutlich einer anderen Gesellschaft bedarf.

Erst nachher las ich dann den ebenfalls sehr interessanten Text, auf den das Metalust-Blog sich bezieht, und fand darin folgende Stelle über die steigende Zahl von Schwangerschaftsabbrüchen bei dem Befund „Ihr Kind ist behindert“:

Ähnliche Tendenzen zeigen sich auch in einer Studie von Wolfgang Lenhard: „Eine metaanalytische Auswertung von 20 Studien zeigte, dass 90% der Frauen im Falle eines positiven Trisomie 21-Befundes die Schwangerschaft beenden.“ Und es wird immer weiter an den Selektionsprozessen gefeilt. In den Niederlanden ist man schon einen Schritt weiter, dort wird bereits Früheuthanasie betrieben.

Diese erschreckende Tatsache (übrigens: gerade Kinder mit Trisomie 21 und deren Familien haben ja sehr häufig ein wunderbares Leben!) hat in mir folgende Überlegung ausgelöst, ergänzend zu dem oben zitierten Kommentar: diese Menschen, die in unserer kapitalistischen Gesellschaft eben als „behindert“ gelten und für die der Kapitalismus einen Schonraum einrichtet, den er sich in immer größerem Maße nicht mehr leisten kann, weil er seiner Logik widerspricht, werden genau deshalb in Zukunft immer weniger, weil der Kapitalismus halt keine Verwendung für sie hat. Somit entfällt der Widerspruch zwischen dem Schonraum Sonderschule und der Gesellschaft irgendwann, indem die kapitalistischen Verhältnisse quasi selber dafür sorgen, dass der Schonraum überflüssig wird: das Leben verliert an Vielfalt, denn der Kapitalismus bringt nur noch den für ihn passenden Menschen hervor. Ohne Kapitalismus bestünde keine Notwendigkeit für Pränataldiagnostik, weil keine Notwendigkeit für „funktionierende“ Menschen bestünde. Leider wird diese Ebene oft unterschlagen, auch in der Sonder- bzw. Heilpädagogik, und man argumentiert mit Kategorien wie „Normalität“, „Gesundheit“ usw., was ja alles richtig ist, die Grundbedingung für „unnormale“ und „behinderte“ Menschen aber schlichtweg nicht beachtet.

Nun könnte man einwenden, es jucke Menschen, die es nicht gibt, nicht, dass es sie nicht gibt. Und das ist ja auch völlig richtig, verkennt aber, dass das nur ein Symptom ist für die gerade beschriebenen Zustände. Und um die geht es wirklich, und die gehören genau deshalb abgeschafft.