Empfehlungen13.10.2005 18:29h

ich schiess so gern auf weiße tauben
und weiß auch dass es keinem gefällt
ich mag auch keine parks in den städten
- keine hippies -

ich lieg herum in irgendeinem garten
eine leiche hängt an einem baum an einam tau
es gibt bestimmt 30 gute gründe – ich sag kein

es gab ne große menge, viele leute
waren froh daß wecker laut geklingelt hat
und von den flugschülern aus dem nahen osten
die da wirklich falsch gelandet sind

wart auf mich an der steilwand
wir gehn da nachts spaziern
dort genau wo die kante ist
und nichts, nichts wird uns passiern

ich schiess so gern auf weisse schafe
und weiß auch daß es keim gefällt
ich mag auch keine parks in denstädten
keine hausmeister

ich lieg herum vor irgendeiner haustür
eine leiche hängt im 2ten stock am stuck
es gibt bestimmt 40 gute gründe – ich sag kein

(more…)

Empfehlungen28.09.2005 14:46h

1998 wurde eine der großartigsten Platten aller Zeiten veröffentlicht, „In The Aeroplane Over The Sea“ von Neutral Milk Hotel. Die Plattenfirma Domino Records war völlig zu Recht der Meinung, dieses Meisterwerk gehöre wiederveröffentlicht, und so ist es diesen Monat geschehen.

Das Album vereint Schönheit, Poesie, Melancholie, Lebensfreude und sicherlich noch tausend andere Sachen. Unbedingt anhören.

And one day we will die
And our ashes will fly from the aeroplane over the sea
But for now we are young
Let us lay in the sun
And count every beautiful thing we can see
Love to be
In the arms of all I‘m keeping here with me

(aus dem Titelsong)

Empfehlungen09.09.2005 14:14h

Musik, die Spaß macht und trotzdem tief geht, aus Kanada, woher auch sonst. „Twin Cinema“, das neue Album der New Pornographers, ist Pop in Perfektion und kann eigentlich alles. Das ebenfalls grandiose Vorgängeralbum „The Electric Version“ mühelos übertroffen durch noch mehr zum Sterben schöne Melodien, eine druckvollere Produktion und treffsichere Arrangements.

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Und mit „Stacked Crooked“ hat das Album vermutlich den schönsten Abschluß, den ein Pop-Album nur haben kann. Wahnsinn:

Do not, do not deny me
Deny my love’s reveal
Do not, do not deny me
My Achilles‘ heel
Do not, do not deny my
Attention to detail
Do not, do not deny me
The clicking of the heels

Empfehlungen18.08.2005 21:45h

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Gute Alben werden niemals schlechter, selbst wenn sich der persönliche Musikgeschmack noch so sehr wandelt. Es ist ja auch nur die Präferenz der Ausdrucksformen, die sich gewandelt hat, nicht der Ausdruck an sich. Ich höre gerade das neun Jahre alte Album „Buried Again“ der Band Dreadful Shadows, die mit „Beyond The Maze“ und eben diesem Album zwei der besten Gothic Rock Platten aller Zeiten veröffentlicht haben, und bin noch so begeistert wie damals.

But now I stand here with my arms outstretched
Breathing clearest air
I´ve found everything I´ve lost before
And when I fall I fly in endless circles
No one catches me, no one stops me anymore
(„Dusk“)

Zum Glück hat sich die Band aufgelöst, bevor Goth Rock langweilig und beliebig wurde, nicht allerdings ohne vorher mit „The Cycle“ noch selber ein völlig langweiliges und beliebiges Album abgeliefert zu haben. Egal.

Soon I´ll be forgotten
I´m drifting weightlessly in time, all alone
I was suffocated by your kiss, I´m buried again
(„Buried Again“)

Empfehlungen16.08.2005 14:49h

Aus New Jersey kommen sechs junge Menschen, die ziemlich nett aussehen und aber Musik machen, deren Sprengkraft so ungefähr dafür ausreichen würde, ganz New Jersey platt zu machen. (Emo-)Hardcore, Grind, Death Metal, irgendwie von allem etwas, dazwischen immer wieder eine nette Melodie eingestreut, genau so muß das sein, wenn es laut sein muß.

Die heißen The Number Twelve Looks Like You und haben drei Tonträger draußen. Der neueste heißt „Nuclear. Sad. Nuclear“ und kommt hier und hier viel zu schlecht weg.

Empfehlungen10.08.2005 20:29h

D.H. spielen unglaublich guten Punkrock voller Wut und Leidenschaft. „Der Mann der barfuss Funken schlug“ heißt das zweite Album, „Kurze Hose, Holzgewehr!!!“ das erste.

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Kann alles. Und kommt ziemlich gut auf Kopfhörer, während im Hintergrund Vatter über Probleme bei der Arbeit schwadroniert. Geh in Rente, Alter, Punkrock, oder was?!

Empfehlungen09.07.2005 18:30h

Im Falle unseres Todes ist es ausgesprochen schade, gute Musik verpaßt zu haben. Das wird sich zwar nicht vermeiden lassen, aber schade ist es schon. Die Musik der australischen Band Architecture In Helsinki, deren Homepage selbst meinen sexy High-Tech-Rechner ins Schwitzen bringt, weiß der Geier wieso, ist gut und sollte nicht verpaßt werden: die Songs sind so vielseitig wie ihre Instrumentierung, rhythmisch angenehm anspruchsvoll, überall verstecken sich süße Melodien, und trotzdem wird es nicht süßlich, da die Strukturen, ähnlich wie bei den Unicorns, so abwechslungsreich wie möglich gestaltet wurden und doch nie ihre innere Logik verlieren.

Zwei Alben gibt es, ich empfehle vor allem das neuere, „In Case We Die“.

Empfehlungen05.07.2005 11:31h

Ich hatte das große Glück, in den letzten zwei Monaten zweimal die aus Brooklyn, New York, angereiste Punkband World/Inferno Friendship Society live zu sehen. Beide Konzerte waren phänomenal. Ist die Musik, ein extrem tanzbares Gemisch aus Zirkusmusik und Punkrock und vielem anderen, schon für sich genommen geeignet, jeden Tag deutlich heller zu machen, sind die Darbietungen auf der Bühne von soviel Spielfreude und humorvoller Dissidenz geprägt, daß die ganze Welt augenblicklich zu einem ziemlich unbedeutenden Feind wird: hey, es gibt diese Band, vor was soll ich noch Angst haben?

Soeben ist das neue Album „Me V. Angry Mob“ erschienen, zu dem ich leider im Netz weder das Cover noch irgendwelche Reviews gefunden habe. Als Einstieg empfiehlt sich aber ohnehin die LP „Just The Best Party“.

Empfehlungen27.06.2005 14:37h

Anläßlich des 60. Geburtstags des Übersetzers und Vorlesers Harry Rowohlt sind vor kurzem zwei sehr empfehlenswerte Produkte erschienen: die Briefesammlung „Der Kampf geht weiter!“ und „Der Paganini der Abschweifung“, eine Live-Aufnahme einer Lesung, bzw. eines Teils einer Lesung, da diese schonmal gut und gerne vier Stunden lang sein können. Besonders angenehm: Rowohlt liest überwiegend eigene Texte, insbesondere die wunderbaren Kolumnen, die er früher in der ZEIT veröffentlicht hat.

Beides BITTE in Verbindung mit einem guten Glas Whiskey genießen.

Empfehlungen15.06.2005 12:17h

Die Decemberists sind mir kürzlich schmackhaft gemacht worden durch die fabelhafte Recommended Listenings Seite des ebenso fabelhaften Online-Comics Questionable Content. Wie durch ein Wunder fielen mir in kürzester Zeit sämtliche Alben dieser Ausnahmeband in den Schoß, und ich verliebte mich augenblicklich in jedes einzelne der drei (plus die zwei EPs), wobei besonders das neueste, „Picaresque“ betitelt, so dermaßen entzückend ist, daß es kracht.

Die Band um Sänger und Songschreiber Colin Meloy versammelt hier elf Popsongs, von denen jeder einzelne nicht nur unglaublich einschmeichelnde Melodien bereithält, sondern diese auch noch mit genau dem Hauch Folk veredelt, den es braucht, um mich völlig in Ekstase zu versetzen.